Schulhund „Mika“

Hallo, mein Name ist Mika, ich bin sechs Jahre alt und seit diesem Schuljahr der Schulhund der MPS Sachsenhausen.

Ich bin ein Mix aus Kleinpudel und Havaneser, weshalb ich keine Haare verliere und auch für Allergiker bestens geeignet bin, wiege knapp zehn Kilo und bin etwa kniehoch.

Ich begleite meine Besitzerin, Frau Büchse, seit diesem Schuljahr an ein bis zwei Tagen die Woche mit in ihren Unterricht.

Die 7er kennen mich schon länger aus den Projektwochen mit mir im Januar/Februar 2019, in denen ich beweisen konnte, wie gut ich mit Schülern/Schülerinnen auskomme und auf welche Weise ich den Unterricht allein durch meine Anwesenheit bereichern kann. Aus diesem Grund bekam ich auch gleich meine eigene AG (vielleicht ein wenig geschummelt, vielleicht war es auch die AG meines Frauchens) „Französisch-Führerschein mit Hund“. Hier durften die damaligen 6er in die französische Sprache gemeinsam mit mir hineinschnuppern und neu kennengelernte Vokabeln spielerisch mit mir einüben.

Mein Wesen ist sehr freundlich, ich habe lange die Hundeschulbank gedrückt und sogar meinen Schulabschluss erfolgreich zusammen mit meinem Frauchen bestanden. Menschen, besonders Schüler/innen mag ich sehr gerne, vor allem wenn sie etwas Rücksicht auf meine guten Ohren nehmen und mir auch mal eine Pause gönnen. Ich bin sehr geduldig, lasse mich gerne streicheln und bin für jeden Spaß zu haben. Im Unterricht bin ich aber, wie sich das gehört, ganz ruhig, lege mich am liebsten mitten in den Raum, sodass auch jeder sehen kann, dass ich schlafe und dafür gerne meine Ruhe hätte. Zwischendurch wechsle ich auch mal den Platz und kontrolliere, ob die Schüler/innen auch alle fleißig arbeiten und ich mir nebenbei noch eine kleine Streicheleinheit abholen kann. Die Schüler/innen wissen, dass sie das ruhig nebenbei dürfen, wobei die Betonung auf nebenbei liegt und ich (leider) nicht der Mittelpunkt der Welt äh Klasse werde.

Warum sollte ich als Hund zur Schule gehen, fragen sich jetzt sicher einige. Dazu kann ich nur sagen, dass die Forschung zur Tier- und insbesondere Hundegestützten Pädagogik bestätigt, was ich erlebe. Die Schüler/innen lernen im Umgang mit mir:

– die Einhaltung von Regeln: Sie dürfen mich zum Beispiel nicht hochheben, rufen oder sich durch mich vom Unterricht ablenken lassen,

– Verantwortungsbewusstsein: Der Mika-Dienst muss für mein Wohlbefinden sorgen (frisches Wasser, Körbchen, Mülleimer mit Essensresten hochstellen, Kontrolle, ob Essen der Schüler/innen offen steht/herumliegt),

– Empathie, Rücksichtnahme, Solidarität, Anteilnahme am Wohlergehen anderer: Wenn die Schüler/innen erkennen, dass ich eine hohe Lautstärke nicht vertrage, Streit gar nicht mag und sie für mich ruhiger sind und sogar Konflikte ruhig und leise lösen,

– Selbstwahrnehmung und Selbstregulierung: Im Umgang mit mir lernen die Schüler/innen, die Auswirkungen ihres eigenen Verhaltens an meinen Reaktionen zu erkennen, wenn ich sie zum Beispiel meide, weil sie zu laut sind oder mich ducke, weil sie streiten oder mich bedrängen. So leiste ich einen Beitrag zur Sozialkompetenz der Schüler/innen,

– Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit: zum Beispiel durch gemeinsame Übungen mit mir.

Ein Hund wie ich im Klassenraum kann selbst ohne seinen aktiven Einbezug positive Effekte auf das Unterrichtsklima, das wichtige Voraussetzung für Lernerfolg und Qualitätsmerkmal guten Unterrichts ist, erzielen. Meine Anwesenheit trägt zur Stressreduktion bei, motiviert die Schüler/innen, bereitet ihnen Lernfreude und fördert die sozialen Interaktionen der Schüler/innen untereinander. Die Schüler/innen fühlen sich wohler, die Atmosphäre wird ruhiger und entspannter und so trage ich zu Schulfreude und Lernerfolg der Schüler/innen bei.

Ich hoffe, ich konnte die große Frage zufriedenstellend beantworten, ohne mich selbst zu sehr zu loben. Wer aber noch Fragen hat oder etwas genauer wissen möchte, kann sich gerne an meine Besitzerin wenden.